Fangen wir einmal etwas weiter vorne an: Vor geraumer Zeit kamen „Blogs“ in Mode. Ein Blog ist nichts weiter als eine Art Tagebuch nur eben online. Ein Blog kann zu verschiedenen Themen geführt werden: Freizeit, Beruf, Projekte usw.

Das ganze als Bewegtbild also in Form von Videos wird dann V-LOG genannt. Videotagebuch quasi. Ungeschönt, ungefiltert und eine relativ schnell zu produzierende Form des Content. Überwiegend „vloggen“ eher private Personen oder einzelne Unternehmer, Künstler, Sportler und alle, die direkt auf Ihre eigene „Marke“ einzahlen.

Was unterscheidet den Content-Typ „V-LOG“ von anderen Content-Formen wie Image-Videos/ Werbespots und welchen Mehrwert können sie für Firmen haben?:

  • V-LOGs repräsentieren ungefiltert die Realität (Näher kann ein Kunde nur an das Unternehmen oder das Produkt nur kommen, wenn er vor Ort ist oder das Produkt in der Hand hält)
  • Der Kunde kann eine „Beziehung“ zum Unternehmen oder der jeweiligen Person aufbauen. (Kennenlernen Effekt = Vertrautheit)
  • VLOGs geben auch potentiellen Bewerbern einen Einblick in euer Unternehmen. (Employer Branding wie es wohl nur wenige betreiben / V-LOGs können auch rein zu diesem Zwecke erstellt werden: Lassen Sie doch z.B. einen Azubi vloggen!)

 

Unterschiedliche Form & Qualität von VLOGs

Charakteristisch für einen V-LOG ist die selbst gehaltene Kamera und die meist als „One-Men-Show“ aufgenommenen Videos. Also kein Video Team, sondern nur eine Person die sich selbst aufnimmt. Meist mit Selfie Sticks oder einem Gorillapod Stativ um die Kamera auf sich selbst auszurichten. Auch eine feststehende Kamera ist natürlich gängig.

Ein wichtiges Element bei V-LOGs also den Videotagebüchern ist auch die Erwartungshaltung der Zuschauer: Man geht davon aus, dass hin und wieder ein neues Video kommt. Zwar kann man auch nur ein Video im Jahr machen, jedoch sollte man sich davon nicht sonderlich viel Zugewinn an Momentum und Reichweite erwarten.

Von der Qualität her können sich V-LOGs gewaltig unterscheiden! Von einfachen Videosequenzen ohne auch nur einen Schnitt bis hin zu professionell geschnittenen Kurzfilmen inkl. Motion-Design Elementen wie Intros, Bauchbinden aber auch Timelapses, schönen B-Roll Footage ist alles möglich. Letztlich geben unter unternehmerischen Bedingungen immer Budget und Ressourcen die Qualität vor (also genauso wie auch im nicht unternehmerischen Raum).

 

Wieso vloggen nicht viel mehr Firmen?

Die Gründe, wieso nicht viel mehr Firmen vloggen sind vielfältig.

Zum einen ist es eine sehr neue Form von Content, insbesondere wenn man bedenkt, wie lange Dinge brauchen, bis sie durchgesickert sind und angenommen werden. Gerade im unternehmerischen Umfeld. Bedenkt man, wie wenig Firmen überhaupt eigenen Video Content produzieren, dann wird schnell klar, dass erst recht sehr wenige vloggen.

Ein Hauptgrund kann sein, dass die Führungsspitzen der meisten Unternehmen heute nicht gerade zur Generation Y gehören (noch nicht!). Darum ist man mit solchem Medien nicht sehr vertraut. Keine Absegnung von oben, lässt auch auf operativer Ebene keine Genehmigung und erst recht keine zeitlichen und finanziellen Budgets für Dinge wie „vloggen“ zu.

Selbst wenn nun aber Ressourcen freigegeben werden und man sich im Unternehmen auf das vloggen einlassen will, fehlt oft noch eines: Die Person, die es tut! Das mag simpel klingen aber das ist es nicht. Diese Person muss nicht nur Lust darauf haben, sondern sie muss auch eine Affinität dafür haben oder ein gewisses Talent. Man darf durchaus sagen, dass hier gerade junge Menschen also z.B. Auszubildende gut geeignet sind und es mehr als spannend finden, wenn man Ihnen eine solche Aufgabe zutraut!

 

Beispiele für V-LOGs aus dem unternehmerischen Umfeld

Gary Vaynerchuck, CEO von Vaynermedia in seinem Format „DailyVee“:

Robert Harbauer, CEO von Permaboss Laser zeigt verschiedene Methoden der Textilveredelung:

Casey Neistat der „Master des Daily Vlogging“:

 

Fazit

V-LOGs, die spezielle Form von Video-Content sind eine interessante Möglichkeit die geeignete Zielgruppe (im unternehmerischen Umfeld meist Kunden oder potentielle Kunden) für sich zu begeistern und näher an das eigene Unternehmen, an die eigenen Mitarbeiter und eigenen Produkte/Dienstleistungen heranzuführen.

Dabei müssen Unternehmen sich nicht an alle Elemente von typischen V-LOGs halten: Es muss nicht täglich oder wöchentlich neuer Content erstellt werden.

Was man sich jedoch zu nutze machen kann, ist die Tatsache, dass V-LOGs die Akzeptanz für schnell und einfach produzierten Video Content geebnet haben. Das Format ist weitläufig bekannt.

Somit stellt das Medium V-LOG eine spannende Option im Bereich des Inbound-Marketing für Firmen dar und kann sogar zu einem großen Bestandteil des eigenen Marketing-Trichter (Funnel) werden, indem man sowohl in Videos wie auch unter Videos in der Beschreibung mit Handlungsaufrufen (CTA) arbeitet.

In Bezug auf die eigene Arbeitgebermarke (Employer-Branding) können reichlich gestreute V-LOGs durchaus interessierte junge Menschen anziehen und eine Firma als potentiellen Arbeitgeber in den Fokus rücken lassen. Wie mit allem, was neu ist: Noch ist es neu in diesem Umfeld, noch ist es nicht abgedroschen. Selbstredend werden Mitarbeiter die für das eigene Unternehmen authentischen Video Content produzieren zu Markenbotschaftern. Hier muss also der passende Mitarbeiter gefunden werden – in diesem Zusammenhang macht die OTTO Group es vor: „Otto bildet über 100 Influencer aus

OTTO lässt also zu, dass Mitarbeiter der verlängerte Arm des Unternehmen werden und sogar aktiv in die Bewerberauswahl mit eingebunden werden! Wir befinden uns in spannenden Zeiten mit vielen Möglichkeiten, mann muss sich nur trauen!